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Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen
Claudia Fuchs, Dipl. Sozialpädagogin (FH)
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Aktuelles

„Inklusion beginnt im Kopf“

Aktionsplan Inklusion wird in Memmingen umgesetzt

Seit September 2013 entwickeln die Stadt Memmingen, „perspektive memmingen“, und der Behindertenbeirat einen „Kommunalen Inklusionsplan“, der die UN-Behindertenrechtskonvention auf regionaler Ebene umzusetzen soll. Im Rahmen eines Pressegesprächs berichteten die Verantwortlichen nun im Sitzungssaal des Rathauses über den aktuellen Stand des „Aktionsplan Inklusion“. Eingangs richtet Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger seinen besonderen Dank  an den Behindertenbeirat, der sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Belange von Menschen mit Behinderung in der Stadt einsetzt. Der Aktionsplan ist laut Holzinger ein weiterer, wichtiger Schritt „in die richtige Richtung“.

Der externe Berater und Projektleiter Prof. Dr. Markus Jüster von der Hochschule Kempten gab im Rahmen des Pressegesprächs einen Überblick über die entstandenen Arbeitskreise. Diese bildeten sich im Nachgang zum World-Café, welches im April vergangenen Jahres stattfand. Als zentrale Themen kristallisierten sich die Bereiche: Wohnen, Freizeit, Mobilität, Kommunikation und Bewusstseinsbildung heraus. Dort werden verschiedene Aktionen umgesetzt, um Mitmenschen mit Handicap „nicht am Rand der Gesellschaft abzustellen, sondern sie in die Mitte aufzunehmen“, wie Verena Gotzes erklärt.

Im Arbeitskreis „Wohnen“ soll unter anderem  die aktuelle Wohnsituation in Memmingen für Menschen mit Behinderung  verbessert werden. Zu diesem Zweck besteht beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit der Regens-Wagner-Stiftung, sowie dem Diakonischen Werk und den Baugenossenschaften. „Diese Institutionen sollen dazu beitragen, eine Abschiebung der Menschen mit Behinderung in Einrichtungen zu vermeiden“, so Prof. Dr. Jüster. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger ergänzt in diesem Zusammenhang, „durch die Zusammenarbeit mit der MEWO sind bereits drei barrierefreie Spielplätze im Westen der Stadt entstanden“.

Beim Thema „Freizeit“ geht es primär um Kino-, Musik- und Kulturveranstaltungen. Beispiel hierfür ist die Kunstausstellung  „Kunst trotz(t) Demenz“ im Antonierhaus Memmingen oder der Film zum Thema Tourette-Syndrom, der gegen Ende des Jahres im Kaminwerk gezeigt werden soll.

Große Schritte gibt es auch im Bereich der „Mobilität“ zu vermelden. Hier erhielten Busfahrer  beispielsweise bereits erste Schulungen im „Rollatortraining“.

Im Arbeitskreis „Bewusstseinsbildung“ weist Prof. Dr. Jüster auf eine weitere Veranstaltung hin, die im Oktober diesen Jahres stattfindet. Es geht um den Diavortrag eines 23- Jährigen, der mit einem Handrollstuhl quer durch Indien reist. Nun hält er Vorträge über seine abenteuerlichen Reisen trotz Rollstuhl.

Eine der Aufgaben des Arbeitskreises „Kommunikation“ besteht darin, die Beschriftung öffentlicher Gebäude besser lesbar zu machen. Damit soll den Menschen eine bessere Orientierung gewährleistet werden. Außerdem besteht in diesem Arbeitskreis den Schwerpunkt „Barrierefrei im Netz“. Inhalt ist hier, wichtige Informationen hervorzuheben und sie nicht in der Masse und Vielfältigkeit des Internets untergehen zu lassen. Hierbei leistet die Inklusion einen Beitrag für die ganze Gesellschaft ihre Lebensqualität zu verbessern. „Es ist für alle von Vorteil, wenn die Dinge des Alltags leichter zugänglich sind“, betonte die stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirats Regina Sproll. Prof. Dr. Jüster erinnert hierbei daran, dass 97 % der Behinderungen im Laufe des Lebens erworben werden und weist hierbei auf die immer älter werdende Generation hin.

„Inklusion beginnt im Kopf“, erklärte Regina Sproll, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirates, aus diesem Grund hält sie das Thema Bewusstseinsbildung für eines der wichtigsten.

Insgesamt soll das vor Ort bereits vorhandene Netzwerk aus Organisationen, haupt- und ehrenamtlich Tätigen weiter ausgebaut werden. „Vor allem in Memmingen seien gute Voraussetzungen gegeben durch den seit Jahren erfolgreich arbeiteten Behindertenbeirat, der in Zukunft stärker mit dem Seniorenbeirat zusammenarbeiten will. Wir sind bewusstseinstechnisch voraus“, erläuterte die Vorsitzende des Behindertenbeirates Verena Gotzes.

Der Aktionsplan Inklusion ist ein Prozess, der nie enden wird. „Inklusion kann nicht verordnet werden, Inklusion muss von allen Beteiligten gelebt werden“, ergänzte Alexandra Störl von der „perspektive Memmingen“.